Kohärente Förderung am Übergang Schule-Beruf

Der erfolgreiche Übergang von der Schule in den Beruf ist die zentrale Voraussetzung für den beruflichen Erfolg und damit der gesellschaftlichen Integration. Spätestens seit Anfang der 90er Jahre aber finden zu viele Jugendliche keinen Ausbildungsplatz mehr – außerdem gibt es mitten unter uns eine Gruppe junger Menschen, denen der Übergang in eine Ausbildung auf Dauer versperrt bleibt. Mit diesem Stigma sind sie von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen und vom Risiko häufiger Erwerbslosigkeit bedroht.

Auf der Basis seiner umfangreichen Erfahrungen in der pädagogischen Arbeit mit jungen Menschen sieht der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit die dringende Notwendigkeit, die Entwicklung einer kohärenten Förderung am Übergang Schule-Beruf insbesondere für sozial benachteiligte junge Menschen mit Unterstützungsbedarf zu forcieren. Er hat die Diskussion um die Weiterentwicklung des Fördersystems in den letzten Jahren aufmerksam verfolgt und sich entschieden, eigene Empfehlungen für eine verbesserte, kohärente Förderung in die öffentliche Debatte einzubringen.

Fachtagung und parlamentarisches Gespräch am 8. November 2011 in Berlin

Demografischer Wandel und prognostizierter Fachkräftebedarf verheißen eine positive Entwicklung auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt – aktuell bleiben jedoch jährlich noch 150.000 junge Menschen unter 25 Jahren ohne Berufsabschluss. Es herrscht Einigkeit über den strukturellen Veränderungsbedarf bei den Übergängen in Ausbildung – strittig sind die Wege dorthin.

Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit bringt nun eigene Empfehlungen für eine verbesserte, kohärente Förderung in die öffentliche Debatte ein. Sie sind Ergebnis eines einjährigen Diskussionsprozesses, an dem sich neben Fachleuten aus der Jugendsozialarbeit weitere Experten/-innen aus Praxis und Wissenschaft beteiligt haben. Diese Empfehlungen orientieren sich an den Bedarfen und Lebensläufen der jungen Menschen und richten ein besonderes Augenmerk auf sozial benachteiligte Jugendliche mit erhöhtem Förderbedarf.

Am 8. November 2011 stellte der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit seine Empfehlungen zur Diskussion in Berlin den Vertretern/-innen aus Politik, Wirtschaft und Fachöffentlichkeit vor.

Die Ergebnisse unterstreichen, dass
  • Übergänge im Jugendalter für alle Jugendlichen kritische Lebensphasen darstellen, in denen sie mehr oder weniger intensiver Unterstützung bedürfen, die Übergangsgestaltung in den Beruf somit eine Daueraufgabe für alle Jugendlichen ist und sozial benachteiligte Jugendliche häufig verstärkte Begleitung benötigen.
  • die Übergangsgestaltung in ein Regelsystem integriert sein muss und kein Sondersystem für sozial benachteiligte Jugendliche herausbilden darf.

Ein Kohärentes Fördersystem erfordert
  • eine Verschlankung der Förderung auf wenige, transparente und zuverlässige Instrumente.
  • die Bereitstellung von Förderstrukturen (anstelle befristeter Einzelmaßnahmen), die flexibel und am Bedarf orientiert Angebote realisieren.
  • eine finanziell und gesetzlich abgesicherte institutionaliserte Steuerung auf kommunaler bzw. regionaler Ebene.
  • verbindliche Rahmenbedingungen - länderübergreifend auf Bundesebene festgelegt und lokal angepasst.

Die vorliegende Expertise konzentriert sich auf die Gruppe der sozial benachteiligten Jugendlichen in den Rechtskreisen des SGB II, III und VIII. Der Kooperationsverbund sieht darüber hinaus die Herausforderung, für alle jungen Menschen - wie etwa für Jugendliche mit Behinderungen oder mit ungesichertem Aufenthaltsstatus - eine verbesserte Förderung sowie einen Zugang zur Ausbildung zu verwirklichen und auch bestehende strukturelle oder rechtliche Hemmnisse abzubauen.

In der Diskussionrunde am Abend stellten auch BMFSFJ und BMAS ihre aktuellen Aktivitäten zur verstärkten Förderung am Übergang Schule-Beruf vor. Marlene Rupprecht (MdB, SPD) betonte die Notwendigkeit, die Politik verstärkt in die Pflicht zu nehmen. Die angemessene Förderung von Kindern und Jugendlichen müsse gemeinsames Ziel in Bund, Ländern und Kommunen sein - sie müsse systematisch strukturell verankert werden.

  • Beiträge zur Jugendsozialarbeit

    "Kriterien und Empfehlungen zur Entwicklung eines Kohärenten Fördersystems für junge Menschen am Übergang in den Beruf"
    Beiträge zur Jugendsozialarbeit (2kB)

  • Bilder von der Fachtagung und dem parlamentarischen Gespräch


Fotos: Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit

Material zur Veranstaltung am 8.11.2011

Weitere Informationen






Kohärente Förderung

Federführung:
Internationaler Bund
Ulrike Hestermann
E-Mail

Veröffentlichungen des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit

Alle Veröffentlichungen finden Sie hier

"Druckfrisch" - vom Kooperationsverbund veröffentlicht

Sie möchten regelmäßig über die Veröffentlichungen des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit sowie das Erscheinen der Fachzeitschrift DREIZEHN informiert werden?

Abonnieren Sie unsere Info-E-Mail:
"Druckfrisch"
Seite drucken